12.06.2026 |
LIN, Netzwerkarbeit

GAP Vernetzung: Craftwerk Obervellach • Regionalverband Nockregion • Open Osttirol

Gemeinsam Innovation gestalten – Das 1. Vernetzungtreffen der Ländlichen Innovationsunterstützungsnetzwerke (LIN)

Am Samstag, dem 13. Juni 2026, fand im Rahmen der Osttiroler Jobmesse in Nußdorf-Debant das erste Vernetzungstreffen der Ländlichen Innovationsunterstützungsnetzwerke (LIN) statt. Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam Innovation im ländlichen Raum gestalten“ kamen die Verantwortlichen und Partnerorganisationen der drei Netzwerke – Craftwerk Obervellach, Regionalverband Nockberge und Open Osttirol – zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und die Basis für zukünftige Kooperationen zu schaffen.

Wertvoller Austausch über die Programme und Regionen

Der Tag startete nach der Begrüßung durch die gastgebende INNOS GmbH (Open Osttirol) mit einer Vorstellung der einzelnen Netzwerke und ihrer aktuellen Entwicklungen.

  • Open Osttirol präsentierte eindrucksvoll seine Schwerpunkte in den Bereichen Industrie 4.0 und den Ausbildungscampus Iseltal. Das Netzwerk zeigte auf, wie ein Innovationsnetzwerk maßgeblich zur regionalen Innovations- und Netzwerkentwicklung beitragen kann.
  • Unser Verein Kollektiv Zukunft brachte die Perspektive des Craftwerks Obervellach ein. Hier steht die Vision im Vordergrund, die Region Mittleres Mölltal sozioökonomisch zu beleben. Durch die schrittweise Einrichtung eines Zentrums für Innovation, den Aufbau von offenen Werkstätten sowie Initiativen für zeitgemäßes Arbeiten und Wohnen (Gemeinschaftsbüros und Arbeitsurlaube) soll ein kreatives, soziales und wirtschaftliches Miteinander entstehen.
  • Der Regionalverband Nockberge bereicherte den Austausch mit seinem klaren Programm, die Region zur lebenswertesten Lebens- und Arbeitsregion zu entwickeln. Ein Kernbereich ihrer Arbeit liegt darin, vor allem kleine und mittlere Betriebe zu stärken, um sie durch gezielte Innovationsprozesse zukunftsfähig aufzustellen.

Ein geführter Rundgang bewährter Praktiken über die Osttiroler Jobmesse bot allen Teilnehmenden direkte Einblicke in gelungene Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Bildung und Regionalentwicklung.

Große Übereinstimmungen bei den Problemstellungen

Im intensiven Erfahrungsaustausch wurde schnell klar, dass die teilnehmenden Regionen – trotz geografischer Trennung – vor den fast identischen, zentralen Herausforderungen des ländlichen Raums stehen:

  • Abwanderung und Fachkräftemangel: Alle Netzwerke kämpfen mit dem Verlust junger, gut ausgebildeter Menschen. Es fehlt oft an greifbaren Perspektiven, um qualifizierte Arbeitskräfte in den Tälern zu halten oder zur Rückkehr zu bewegen.
  • Herausforderungen für Klein- und Mittelbetriebe: Besonders kleinere Betriebe im Mölltal wie auch in den Nockbergen spüren den Druck des Arbeitsmarktes und benötigen Unterstützung dabei, moderne, digitale Arbeitsweisen in den Alltag zu integrieren.
  • Strukturelle Schwächen und Leerstand: Die Erhaltung der ländlichen Infrastruktur und die sinnvolle Nachnutzung leerstehender Gebäude im Ortskern beschäftigen das Mölltal ebenso wie die Partnerregionen.

Gemeinsame Zielsetzungen für die Zukunft

Aus den übereinstimmenden Problemen leiteten die Partner klare, gemeinsame Zielsetzungen ab, die in Zukunft durch verstärkte Zusammenarbeit angegangen werden sollen:

  • Attraktivierung des Lebens- und Wirtschaftsraums: Es gilt, ländliche Regionen als Sehnsuchtsorte für junge Familien, Rückkehrer und Zugezogene zu etablieren. Dies gelingt durch flexible Wohn- und Arbeitsmodelle sowie durch die vom Regionalverband Nockberge betonte, aktive Stärkung der regionalen Klein- und Mittelbetriebe.
  • Gelebte Willkommenskultur und Innovationskultur: Durch den gezielten Wissensgewinn von außen und den Aufbau starker Gemeinschaften – wie den handwerklichen Netzwerken – soll Neues entstehen. Ein strukturierter, freundlicher Empfang für Neuankömmlinge (beispielsweise durch ein Begleitprogramm) soll das Einleben und Andocken an die heimische Wirtschaft erleichtern.
  • Stärkung der regionalen Identität: Ob über die Einbindung der Jugend in die Berufsorientierung, die Förderung von zeitgenössischer Kunst und Kultur oder die Verbindung von Tradition und Moderne – die Menschen sollen wieder stolz auf ihre Region sein und aktiv an deren Gestaltung teilhaben.

Impulse für die tägliche Arbeit

Nach einem informellen, stärkenden Mittagessen wurde das Treffen durch einen inspirierenden Weiterbildungsvortrag abgerundet. Der bekannte Körpersprache-Experte Stefan Verra sprach zum Thema „Als Persönlichkeit gewinnen – Erfolgsgeheimnisse der Körpersprache“. Die vermittelten Impulse zu Kommunikation, Beziehungsaufbau und Netzwerkbildung lieferten wertvolles Werkzeug für die tägliche Arbeit in den Regionen.

Fazit: Das erste Vernetzungstreffen hat gezeigt, dass ländliche Innovationssysteme am besten gedeihen, wenn sie über die eigenen Gemeindegrenzen hinausblicken. Die Identifikation gemeinsamer Themenfelder – von der Stärkung der Klein- und Mittelbetriebe bis zur Willkommenskultur – bildet ein solides Fundament für zukünftige, länder- und regionsübergreifende Kooperationen, um den ländlichen Raum nachhaltig zu sichern.

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